ZDF.reportage: Dauerbaustelle Handwerk – Fachleute dringend gesucht

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Mainz (ots)

Dachdeckermeisterin Caroline P. steht unter Druck: Sie findet keine Mitarbeiter.Quelle: „obs/ZDF/Alexander Preuss“

Ob Elektriker, Maler oder Dachdecker – wer einen Handwerker braucht, muss sich in Geduld üben. Kunden werden wochen- und monatelang vertröstet, weil die Betriebe keine Fachleute finden. Die „ZDF.reportage: Dauerbaustelle Handwerk – Fachleute dringend gesucht“ schildert am Sonntag, 15. September 2019, 18.00 Uhr im ZDF, die Situation am Beispiel von vier Handwerksbetrieben. Der Film von David Gern ist ab Freitag, 13. September 2019, 8.00 Uhr, in der ZDFmediathek verfügbar.

Dachdecker-Meisterin Caroline P. hat nur noch einen Mitarbeiter, aber einen Großauftrag, an dem eigentlich vier Leute arbeiten müssten. Was die Dachdecker-Meisterin erlebt, macht Handwerksbetrieben deutschlandweit zu schaffen: Nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es Ende 2017 im Handwerk 150.000 gemeldete offene Stellen. Experten gehen sogar von bis zu 250.000 fehlenden Fachkräften im Handwerk aus. Darunter leiden alle: die Betriebe, die überlastet sind und nicht mehr wachsen können, und die Kunden, die häufig bis zu elf Wochen warten müssen, bis es auf ihren Baustellen weitergeht.

Karosseriebauer Sitgi Özdemir hat vor 22 Jahren seinen eigenen Handwerksbetrieb gegründet. Mit zwei Gesellen „schrubbt“ er derzeit seine Aufträge ab – und ist bei der Arbeitsüberlastung froh, wenigstens noch einen afghanischen Azubi zu haben. Doch das löst noch nicht die Probleme des Unternehmens: Özdemir macht sich Sorgen um seine Nachfolge. Etwa ein Fünftel aller deutschen Handwerksbetriebe, zirka 200.000 Unternehmen, steht in den nächsten Jahren vor der Übergabe. Für viele dieser Betriebe gibt es niemanden, der das Unternehmen fortführen kann.

Früher übernahmen im Handwerk meist die Kinder den Betrieb der Eltern. So war es auch bei Schmied Raymund K. aus Teltow geplant. Doch ein Unfall seines Sohnes machte diese Pläne zunichte. Heute ist der 76-jährige Raymund K. meist allein in seiner Werkstatt und erledigt die Arbeiten, die er sich noch zutraut. Einen Nachfolger konnte er bisher nicht finden – und fürchtet, dass mit ihm wohl auch das Schmiedehandwerk in der Region sterben wird.

ZDF


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