Demografie-Debatte Deutschland 2019: Fortschritt immer, Rückschritt nimmer? – Ein Interview mit Uwe-Matthias Müller

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In Berlin fand am 27.9.2019 die 2. Demografie-Debatte Deutschland statt. Hat sich der Aufwand gelohnt? Ein Interview mit einem der Initiatoren, Uwe-Matthias Müller (BVI50Plus).

DNEWS24: Herr Müller, wie ist Ihr persönliches Fazit der Demografie-Debatte Deutschland 2019?

Müller: Die Idee der DDD ist es, das Thema Demografie stärker in das Bewußtsein der Öffentlichkeit zu rücken. Mit der zweiten Demografie-Debatte auf nationaler Ebene und zwei weiteren Demografie-Debatten in Stuttgart und Erfurt binnen 12 Monaten sind wir auf einem guten Weg.

DNEWS24: Was bedeutet, Sie sind auf einem guten Weg?

Müller: Es ist wieder gelungen, sehr interessante Referenten zu gewinnen, die nicht nur vorgestanzte Stereotypen herunterleiern. Und wir haben Gäste in der Demografie-Debatte, die diskussionsfreudig sind und sich trauen, den Mund aufzumachen. Bei uns rieseln die vermeintlichen Weisheiten nicht von der Bühne auf die Teilnehmer der Demografie-Debatte herab, wir führen einen aktiven und lebendigen Dialog mit den Experten.

DNEWS24: Was sagen Sie zu der Anmerkung mehrerer Beteiligter, die Demografie-Debatte Deutschland hätte mehr Teilnehmer verdient?

Müller: Das kann man mit gutem Grund so sehen. Demografie ist eines der Mega-Themen in unserer Gesellschaft, die Folgen der demografischen Entwicklung für alle Bürger werden noch viel zu wenig wahrgenommen. Insofern wäre es natürlich schön, wenn wir mit der Demografie-Debatte Deutschland so viel Aufmerksamkeit bekämen, wie die Fridays-for-Future-Bewegung mit dem Singulär-Thema Klima. Gern würde ich das Berliner Olympia-Stadion füllen. Aber man muss auch sehen, wir fangen gerade erst an. Vor uns gab es nur Diskussionen in kleinen, akademischen Zirkeln – ohne Beteiligung der Öffentlichkeit. Und in diesem Stadium ist es sicher besser, eine kleine Menge aber eine hohe Qualität der Debatten-Gäste zu haben.

DNEWS24: Ein weiterer „Vorwurf“ lautet, die Veranstaltung in Berlin sei zu unkonkret gewesen, es seien zwar Fragen gestellt aber wenig Antworten gegeben worden.

Müller: Das ist richtig. Wir haben Vertreter der Politik, der Medien, der Kirchen und der Wissenschaft auf der Bühne gehabt. Es sind von den Experten viele Aufgaben benannt worden, die vor uns liegen und zügig gelöst werden müssen. In vielen Fällen wurde aber nicht die Verantwortung für ein konkretes Umsetzen übernommen. Wer die dann notwendigen Handlungs-Empfehlungen in die Praxis führen soll, wie die Lösungen nachhaltig finanziert werden können, blieb vielfach nebulös. Nach einigen Tagen des Reflektierens komme ich zu der Überzeugung, dass aber genau darin die wahre Aufgabe der Demografie-Debatte Deutschland liegt. Alle Beteiligten, Politiker, Wissenschaftler, Medienleute und Bürger müssen anpacken. Immer nur mit dem Finger auf „die“ Politiker zu zeigen und ihnen vorzuwerfen, sie täten nichts, führt uns auch nicht weiter. Wir sind alle aufgerufen, anzupacken und eine gesellschaftliche Veränderung zu organisieren. Es handelt sich dabei nicht um  eine ideologisch-motivierte Veränderung, sondern um dringend notwendige Reformen in großem Umfang, die uns die Demografie dringend auferlegt.

DNEWS24: Wie geht es weiter mit der Demografie-Debatte Deutschland?

Müller: Wir planen 2020 weitere Demografie-Debatten in Düsseldorf, Dresden und Stuttgart. Und natürlich auch wieder in Berlin. Aktuell arbeiten wir schon an der Themensetzung für Berlin. Außerdem werden wir weitere Partner haben und so das Spektrum inhaltlich und auch von den teilnehmenden Bürgern her erweitern.

DNEWS24: Wo gibt es mehr Informationen?

Müller: Ich bin sicher, dass DNEWS24 laufend berichten und informieren wird – oder? Ich verweise auch gern auf die Homepage des Demografischen Aufbruch www.Demografischer-Aufbruch.de und die Homepage des Bundesverband Initiative 50Plus www.BVI50Plus.de.

DNEWS24: Herr Müller, vielen Dank für Ihre Zeit.


Der Artikel erschien zuerst in unserem Partnermagazin für die Generation 50




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