Die wilden Zwanziger – Sonderschau zeigt einzige verbliebene Exemplare aus der Blütezeit des Berliner Automobilbaus

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Berlin (ots) Auf der Motorworld Classics Berlin vom 20. bis zum 24. November 2019 kommen Klassikerfans voll auf ihre Kosten: Die Sonderschau zum Berliner Automobilbau zeigt automobile Meisterstücke, die in den „Goldenen Zwanzigern“ in der Hauptstadt vom Band liefen. Denn was viele nicht wissen: In Berlin saßen einst die größten Automobilbaufirmen des Landes. Highlights sind ein Ego 4/14 PS von 1922 und ein 1920er BOB Sport – die letzten auf der Welt.

Wenn die Motorworld Classics Berlin im November ihre Pforten öffnet, verwandelt sich das Messegelände der Hauptstadt wieder in ein Eldorado für KFZ-Liebhaber aus dem In- und Ausland. Die Sonderschau Berliner Automobilbau, zu sehen im Entreebereich und im Palais am Funkturm, entführt die Besucher in ein Berlin der Goldenen Zwanziger Jahre.

„Anfang der 1920er Jahre war Berlin das Silicon Valley des Automobilbaus – technologisch wie heute die Internet- oder Computerindustrie, schaute die ganze Welt auf die Hauptstadt. Kaum vorstellbar, gab es hier allein 200 Fahrzeugfirmen, ohne dabei die Motoren- und Motorradbauer mitgezählt zu haben“, erklärt Ulf Schulz, Projektleiter der Motorworld Classics Berlin. In Kooperation mit dem Deutschen Technikmuseum in Berlin und dem PS.SPEICHER Einbeck zeigt die Sonderschau historische Autos und Motorräder aus dieser Zeit, die zum großen Teil für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind.

Nur noch ein Exemplar: Der Ego 4/14 PS

Einer der Stars der Ausstellung ist ein Ego 4/14 PS der Berliner Ego-Werke aus dem Jahr 1922. Größere Bekanntheit erlangt die Marke im Jahr 1923, als der legendäre Rennfahrer Rudolf Caracciola auf Ego seinen ersten Sieg beim Avus-Rennen einfuhr. Der auf der Motorworld Classics Berlin gezeigte Wagen ist das einzig verbliebene Exemplar auf der Welt.

Eine absolute Rarität ist auch der AGA Typ A 16/20 PS von der Berliner Aktiengesellschaft für Automobilbau, ebenfalls aus den 20er Jahren. Die Fertigung der AGA-Wagen erreichte relativ hohe Stückzahlen, und in ganz Deutschland zeigten die Autos aus den Lichtenberger Werkshallen mit ihren markanten Spitzkühlern, kantigen Türen und eckigen Kotflügeln Flagge. Weitere Highlights sind ein NAG Typ C4, der 1920 von dem Berliner Automobilhersteller NAG auf den Markt gebracht wurde, sowie ein altes D-Rad-Taxi der damals in Berlin-Spandau ansässigen Deutschen Industriewerke – in den 1920er Jahren gehörten diese Taxi-Motorräder zum Stadtbild von Berlin.

Der letzte BOB

In Kooperation mit dem PS.SPEICHER Einbeck zeigt die Sonderschau weitere Raritäten wie einen BOB Sport aus dem Jahr 1920. Der zwischen 1920 und 1925 in Berlin-Charlottenburg von der BOB Automobilgesellschaft hergestellte Wagen mit einem Vierzylindermotor von Siemens & Halske fährt in den damaligen Kleinwagen-Rennen auf der Avus zahlreiche Erfolge ein. Dieses Exemplar ist vermutlich der einzig erhaltene BOB weltweit. Ein weiterer Blickfang, den der PS.SPEICHER mitbringt, ist ein Motorrad: eine 1929er Württembergia 350 Blackburne OHV. Angesichts des Markennamens und des Markenlogos denkt niemand an Berlin als Produktionsstätte dieser Motorräder. Doch die ab 1929 mit britischen Blackburne-Motoren ausgestatteten Viertakter entstanden mitten in der Hauptstadt, rund zwei Kilometer vom heutigen Tiergarten entfernt.

Internationaler Standort mit Automobilgeschichte

Tatsächlich blickt der Standort der MOTORWORLD Classics Berlin auf eine große Automobilgeschichte zurück. 1899 fand in der Hauptstadt die erste internationale Motorenwagen-Ausstellung Deutschlands statt. Zudem waren in Berlin und Brandenburg einst die größten Automobilbaufirmen des Landes angesiedelt und es gab hier viele kleine, innovative Automobilhersteller und Karosserie-Manufakturen. In den Goldenen Zwanziger Jahren waren auch Motorräder als preiswerte Alternative zum Automobil gefragt. In Berlin gründeten sich zu dieser Zeit mehr als hundert Motorradfabriken.

Die Motorworld Classics Berlin ist viel mehr als eine Autoschau mit Exponaten vergangener Zeiten. Mit dem einzigartigen Ambiente der historischen Hallen der Messe Berlin, dem Look and Feel der guten alten Zeiten und einem Unterhaltungsprogramm ist sie ein Lifestyle-Event für die ganze Familie und eine Reise in die Vergangenheit. Highlights sind neben dem Berliner Automobilbau weitere Sonderschauen zu den Themen Motorsport und US-Cars & Lifestyle. Die Liebhaber von Zweirädern dürfen sich auch 2019 wieder auf besondere Motorrad-Highlights freuen, und der beliebte Teilemarkt, auf dem Ersatzteile, Zubehör und Automobilia angeboten werden, findet ebenfalls wieder statt. Erstmals in diesem Jahr öffnet die Motorworld Classics Berlin parallel zur Boots- und Freizeitmesse BOOT & FUN BERLIN ihre Pforten, wodurch den Besuchern das Beste aus zwei Welten geboten wird: Mobilität zu Lande und zu Wasser.

Öffnungszeiten: 
Gala-Nacht der Boote und Oldtimer 
Mi., 20. November 2019: ab 18.00 Uhr 
MOTORWORLD Classics Berlin und BOOT & FUN BERLIN 
Do., 21. bis So., 24. November 2019: 10.00 bis 18.00 Uhr 
Eintrittspreise (Ticket gilt für beide Mwalk): 
Gala-Nacht der Boote und Oldtimer (inkl. Tagesticket)
Eintrittspreise (Ticket gilt für beide Mwalk): 
Gala-Nacht der Boote und Oldtimer (inkl. Tagesticket:) 30,00 Euro 
Tageskarte: 16,00 Euro                                     
Tageskarte ermäßigt: 7,00 Euro 
2-Tageskarten: 20,00 Euro 
Familien-Tageskarte (2 Erwachsene, 3 Kinder): 25,00 Euro 
VIP-Tageskarte AVUS *: 99,00 Euro 
* Zugang zur AVUS-Lounge mit Catering, auch gültig am Mittwoch, 
VIP-Parkplatz
Weitere Informationen 
www.motorworld-classics.de 


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